"Selbstmord nach Cybermobbing" So oder so ähnlich titelten sämliche Nachrichtenmagazine. Die
15jährige Schülerin nahm diesen Clip etwa einen Monat vor ihrem Selbstmord auf. Die meisten von euch dürften ihn kennen. Mittlerweile gibt es ja eine
ganze Flut von zettelhochhaltenden Teenies im Netz.
Der
Clip macht einen fassungslos. Sprachlos. Man weint. Natürlich. Es raubt einem
buchstäblich den Atem. Man wird wütend. Sucht. Nach dem Warum.
Cybermobbing.
Ein
Verrückter, der Bilder durch’s Netz pustet. Erpresst. Verrückte gibt es immer.
Wird es immer geben. Auch im Internet. Er ist widerlich. Gemeingefährlich.
Kriminell. Vielleicht auch krank. Doch, wegen ihm hat sich Amanda Todd nicht das
Leben genommen.
Es
standen 15 Leute vor ihrer neuen Schule. Dann 50. Es wurden auf Facebook Vorschläge
gemacht, was sie bei ihrem nächsten Selbstmordversuch schlucken soll. Es hat
sich niemand in der Schulkantine zu ihr gesetzt. Klar benennbare Personen. Kein undefinierbarer Wust. Keine vom Teufel besessenen unkontrollierbaren
Zombies. Menschen, die eine Entscheidung getroffen haben, genau das zu wollen. Etwas
nicht nur zu billigen, zuzulassen oder zu akzeptieren. Es aktiv zu wollen.
Es
gab Lehrer und Ärzte. Sie starb nach ihrem dritten (!) Selbstmordversuch.
Nachdem sie sich über Monate, eher Jahre geritzt hat – und bereits
Psychopharmaka bekam. Sie hat Bleichmittel geschluckt. Krankenhaus. Ihre Tabletten
überdosiert. Krankenhaus. Ist einen ganzen Sommer nicht mehr aus dem Haus gegangen. Cybermobbing?
Da hat ein ganzes Heer von pädagogischem und medizinischem Fachpersonal
komplett versagt. Punkt.
Die
Verantwortung einem unbekanntem, entpersonalisiertem, großem, ungreifbarem
Etwas aufzudrücken. Abzuwälzen. Nun R.I.P.-Facebook-Likes zu produzieren. Nix
zu ändern. Ist kaum in Worte zu fassen. Widerlich. Sie
endet mit „my name is Amanda Todd“ – Die anderen in ihrer Geschichte haben auch
einen.
Währenddessen.
Cybermobbing.
Anonymous machte Jagd auf den Erpresser. Aufgerufen. Einen Namen gefunden. Ihn
veröffentlicht. Lynchjustiz. Es war der Falsche.
Ich bin sprachlos.
AntwortenLöschenEinfach schrecklich
AntwortenLöschenHab das Video schon mehrfach in einigen Blogs gesehen und es kam auch im Fernsehen...einfach fassunglos war ich und auch traurig!
AntwortenLöschenLG Mathilda
Mobbing ist so ein mieses, feiges Verhalten! Ich bin und bleibe fassungslos :(
AntwortenLöschenAber was kann man tun? :(
AntwortenLöschenWarum wird keiner wirklich zur Verantwortung gezogen?
Schlimme Welt.
Viele liebe Grüße Urte
....ich finde es ist schon viel getan, wenn man sich endlich mal davon verabschiedet zu behaupten das problem liegt im netz. - und vor allem auch von der fixen idee, im netz wäre alles ach so anonym. das zeigt auch dieser fall wieder, die, die gemobbt haben, ob im internet oder nicht, kannte sie ja alle. das internet ist nur EIN kanal von vielen in dem mobbing stattfindet. es ist nicht die ursache. oder um es mit den worten von sonja perren (Assistenzprofessorin Uni Zürich in einem interview mit der neuen züricher zeitung) zu sagen: "das problem beim cybermobbing ist nicht im cyber zu suchen, sondern beim mobbing." (http://www.zeit.de/digital/internet/2012-10/amanda-todd-anonymous/seite-2)
Löschenich habe von Amanda Todd gelesen - aber ich sehe hier jetzt das erstemal das youtube - von Anfang bis Ende. Und ich kann mich deinen Gefühlen und deinem Text nur anschließen.
AntwortenLöschenEs ist wichtig zu zeigen was um uns herum passiert - es ist wichtig es zu sehen - und zu reagieren.
Danke.
Lieber Gruß von Heidi-Trollspecht
ich bin sprachlos.
AntwortenLöschenMein Mann wurde lange am Arbeitsplatz gemobbt ... ein Leidensweg, den aber so auch niemand interessiert - "man" geht zur Tagesordnung über ...
AntwortenLöschenHeute sehen wir gemeinsam wieder weiter - aber es hat Spuren hinterlassen.
Danke für diesen Post!
GLG von Heidrun
Hallo Sarah-Maria,
AntwortenLöschenist erschütternd. Das sind so die Abgründe des Lebens.
Gruß Dieter
p.S.: ich habe meinen Blog-Namen gewechselt von dieter759 nach rheinland-blogger
Das ist absolut erschütternd, irgendwie fragt man sich, wo das noch hinführen soll...
AntwortenLöschenLG
Ute